Kultur

 

Der Reformationstag ist ein Anlass, nach aktuellen kulturellen Bewegungen Ausschau zu halten und diese ganz bewusst unter die Lupe zu nehmen. Aktuell fällt hier besonders das Thema Digitalisierung ins Auge, das weltweit eine ähnlich grundlegende Wirkung entfaltet, wie es die mediale Revolution im 16. Jahrhundert getan hat. Hier eröffnet der Reformationstag Gelegenheiten, die Chancen und Risiken der aktuellen Entwicklungen gemeinsam in kreativen Diskursen zu vertiefen. Zudem fragt er nach Grundbewegungen, die unsere plurale Gesellschaft vorantreiben, und überprüft sie kritisch auf ihre Humanität und die Gewährung von Freiheitsrechten.

Die Reformation war eine Medien- und Bilderrevolution. Es entstand eine neue Wort- und Bildsprache und für eine Vielzahl von Menschen wurden neue Kommunikationswege eröffnet: Durch Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks setzte die erste Medienrevolution ein. Eine breite Öffentlichkeit bekam Zugang zu den Gedanken der Reformatoren und weiterer geistesgeschichtlicher Strömungen. Mit der Reformation begann auch die eindrucksvolle Geschichte evangelischer Kirchenmusik, die mit Namen wie Heinrich Schütz oder Johann Sebastian Bach verknüpft ist.

Das Spätmittelalter und die Renaissance waren eine Zeit von enormer Vielfalt, genauso wie die Reformationszeit selbst vielfältig ist. Diese steht nicht exklusiv für die Innovation einiger Reformatoren, sondern für die Dynamik innerhalb der gesamten Gesellschaft.

Medien- und Bilderrevulotion

Bilder, Print und Kirchen

Die Reformation setzte einen massiven Produktionsschub von geistlichen Bildwerken in Gang. Dies schlug sich nicht nur in den Printmedien nieder, sondern auch in Kirchenbauten: an Kanzeln, Altären, Orgelprospekten, Emporen.

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